„Kunst basiert auf Neugierde und Spiel. Die kindliche Lust auf Entdecken, Ausprobieren und Herausfinden ist die Voraussetzung für die Schaffung neuer Kunstwerke.“
Meißner Grafikmarkt in der Albrechtsburg
Der Meißner Grafikmarkt lädt auch in diesem Jahr dazu ein, künstlerische Druckgrafiken, Zeichnungen, Aquarelle, Fotografien und Künstlerbücher zu entdecken und direkt von den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern zu erwerben. Fachkundige Gespräche und persönliche Einblicke in die jeweiligen Arbeitsweisen gehören dabei ausdrücklich dazu.
Der Freundeskreis Albrechtsburg Meissen e. V. veranstaltet den mittlerweile
21. Meißner Grafikmarkt gemeinsam mit der Albrechtsburg Meissen, dem Gewerbeverein Meißen und der Stadt Meißen. Künstlerinnen und Künstler aus Meißen und der Region präsentieren ihre Arbeiten in einem außergewöhnlichen Umfeld: Die Albrechtsburg Meissen, selbst ein Kunst- und Architekturdenkmal mit mehr als 500-jähriger Geschichte, bietet einen eindrucksvollen Rahmen für zeitgenössische Kunst.
Ich freue mich besonders, in diesem Jahr erstmals seit 2019 wieder selbst als Künstler am Meißner Grafikmarkt teilzunehmen. Nach der Geburt meines Sohnes hatte ich die Organisation des Grafikmarktes aus zeitlichen Gründen abgegeben. Umso schöner ist es, nun wieder mit eigenen Arbeiten dabei zu sein und den Austausch mit Kunstinteressierten sowie Kolleginnen und Kollegen erleben zu können.
Die ausgestellten Werke können jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr in den Ausstellungsräumen der Albrechtsburg Meissen bewundert und erworben werden.


Abstrakte Fotografie
Der künstlerische Ansatz meiner fotografischen Arbeiten liegt in der Betonung der grafischen Aspekte der Motive. Ich möchte die Fotografie als künstlerisches Medium mithilfe von Abstraktion und Verdichtung herausstellen und eine neue Visualisierung experimenteller Fotografie finden, die nur mit Licht, Farbe und Formen spielt und arbeitet.

Neue Arbeit
Inferno
In diesen Arbeiten verdichten sich flammende Rottöne und tiefe Schatten zu einem brodelnden Inferno, das den Blick unmittelbar in einen Zustand der Bedrohung zieht. Die abstrakten, organischen Strukturen wirken wie Rauchschwaden und Flammen, die von zerstörerischer Energie, gesellschaftlicher Explosion und Kontrollverlust durchdrungen sind. Jede Linie, jede Verdichtung scheint die drohende Eskalation von Gewalt zu spiegeln. Sie ist ein Sinnbild für alles, was unsere gegenwärtigen Entscheidungen heraufbeschwören können. Die intensive Farbpalette aus Rot, Braun und den glühenden Akzenten kann dabei als Symbol für Gefahr, Ausbruch und kollektive Krisen gesehen werden.
Das Zentrum der Fotografien erscheint wie das Tor zu einer apokalyptischen Welt, in der sich die Folgen menschlichen Handelns manifestieren. Hier brodelt die Hölle als Metapher für kommende Katastrophen, eruptive Zustände und soziale Verwerfungen. Die Bildfläche verwandelt sich in eine Projektionsfläche für Angst, Wut und zerstörerische Kräfte, die sich jederzeit Bahn brechen können. Durch eine radikale Abstrahierung werden klassische Darstellungsformen aufgelöst. Zurück bleibt ein visuelles Manifest, das die Betrachter:innen in einen Zustand der Alarmbereitschaft versetzt und auf die dunklen Seiten kollektiver Entwicklungen verweist.

Neue Arbeit
Lichtroehre
Eine Fotografie mit abstrakten Lichtspuren. Die dominante Form ist ein horizontaler Streifen in leuchtenden Farben. Die Lichtspuren verlaufen auf einer grob strukturierten Fläche – möglicherweise einer Wand – und erzeugen einen atmosphärischen, beinah irrealen Effekt. Eine zurückhaltende Bildbearbeitung bewahrt die ursprüngliche Intensität der Lichtquellen. Die Lichtspuren wirken wie Gesten auf einer digitalen Leinwand; ihr Verlauf evoziert Dynamik und Transzendenz. Der Verzicht auf eine detaillierte Bearbeitung und die spürbare Präsenz des Aufnahmeorts verleihen der Komposition Authentizität und Tiefe. So entsteht ein kontemplativer Bildraum, der die Betrachtenden dazu einlädt, über das Verhältnis von Licht und Materialität in der zeitgenössischen fotografischen Praxis nachzudenken.
Videoformate
Aktuelle Filmarbeiten als Erweiterung der abstrakten Fotografie in Video.
Stipendium

Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst
für Daniel Bahrmann Oktober 2021 bis Januar 2022